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Leseprobe aus: Der Fall Monteverdi

Am frühen Montagmorgen fuhr Wyss nach Ettingen, gleich, nachdem sie die Formalitäten mit den Kollegen der Polizei Basel-Landschaft erledigt hatte. Die Garage und Autohandel Jäggi lag am Ortsrand. Wyss parkte im Hof und marschierte unter den neugierigen Blicken der Mitarbeiter zur Werkstatt, zog ihren Ausweis aus der Tasche und wurde schon angemacht, bevor sie ihr Anliegen fertig formuliert hatte.

„Polizistin also …“ Der Mitarbeiter, den sie nach Beat Jäggi gefragt hatte, grinste anzüglich: „Also von Ihnen würde ich mir gern mal Handschellen anlegen lassen.“ 

Wyss hörte deutlich vernehmbares Kichern aus der Werkstatt. „Lassen Sie das!“, blaffte sie ihn an.

„Sonst was? Versohlen Sie mir dann den Hintern?“ 

Brüllendes Gelächter.

„Ich kann Sie auch aufs Revier einbestellen, wenn Ihnen das lieber ist, Herr … Wie war noch Ihr Name?“ Sie blieb äußerlich ruhig, auch wenn sie innerlich kochte. Immer wieder dasselbe! Barbie war dabei noch das Harmloseste, was sie sich bisher hatte anhören müssen. 

Der Mann wollte sich schier ausschütten vor Lachen: „Komm schon … war doch nur Spaß! Wir haben hier gerne Spaß, stimmts Jungs?“ 

Wer hat ihm denn das Du angeboten? Er fasste sie vertraulich am Arm, und dann war es wie ein Reflex: Sie packte ihn blitzschnell, machte eine geübte Drehung über seinen Körperschwerpunkt, und eine Schrecksekunde später lag er vor ihr im Staub. Der Mann brüllte vor Schmerz. „Miststück! Verreggti Saumäzz! Polizeigewalt! Ich zeig dich an! Auaaa! Habt ihr das gesehen? Sie hat mich verletzt!“

Im Nu war Wyss von den vier Mitarbeitern umringt, die nicht recht wussten, wie sie reagieren sollten. Bewundernd und amüsiert, dass so eine gutaussehende Blondine ihren großmäuligen Kollegen „flachgelegt“ hatte, oder schockiert und erschrocken über dessen unflätiges Wutgebrüll, für das er mindestens wegen Beamtenbeleidigung zur Rechenschaft gezogen werden würde. Wyss trat etwas zurück und griff an ihr Holster, als eine scharfe Stimme ertönte: „Was ist hier los?!“

Die Männer strebten sofort auseinander und kehrten schweigend an die Arbeit zurück, während sich der Kollege aufrappelte, einen scheelen Blick auf seinen Chef warf und dann mit einem unterdrückten Fluch hinter einem Auto verschwand. 

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